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Villen
Enteignung
und Umnutzung

Die Villa Hagen während der Nutzung als Rechenzentrum (1980er Jahre)Die Villa Hagen in der Potsdamer Bertinistraße während der Nutzung als Rechenzentrum (1980er Jahre) - Foto: Privatbesitz

In der Bertinistraße ließen sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts einflussreiche Bankiers und Fabrikanten Häuser zu prachtvollen Villen und Sommerresidenzen errichten beziehungsweise ausbauen. Einige von ihnen wurden von den Nationalsozialisten aufgrund ihrer jüdischen Herkunft enteignet und verfolgt und erhielten ihren Besitz auch unter der SED-Herrschaft nicht zurück. Die Gebäude in der Bertinistraße gingen ab 1949 in DDR-Volkseigentum über und wurden vom Rat der Stadt Potsdam, vom Grenzregiment 44 und dem Ministerium für Staatssicherheit als Kaserne, Zollverwaltung, Altenheim, Rechenzentrum oder Lebensmittelladen genutzt.

Villa Mendelssohn Bartholdy

Zu DDR-Zeiten diente das Haupthaus zunächst als Seeschifffahrtsamt, dann als Wohnheim für Studierende der Pädagogischen Hochschule Potsdam. Im ehemaligen Kutschstall wurde ein Lebensmittelladen (»Konsum«) eingerichtet. Mitte der 1980er Jahre zogen vietnamesische Vertragsarbeiter des VEB Bau- und Montagekombinat (BMK) Ost in das Haupthaus ein. Sie nutzten das Gebäude bis 1994 als Wohnheim. Nach der Vereinigung Deutschlands wurde das Anwesen an die Nachfahren der Familie Mendelssohn Bartholdy rückübertragen.

Historische Ansicht der von Paul Schultze-Naumburg gebauten Villa Mendelssohn Bartholdy (undatiert) Historische Ansicht der von Paul Schultze-Naumburg gebauten Villa Mendelssohn Bartholdy (undatiert) - Foto: TU Berlin Architekturmuseum

Villa Louis Hagen

Schräg gegenüber der Villa Mendelssohn Bartholdy an der Wasserseite steht die Villa Hagen. Der Bankier Louis Hagen hatte das ursprüngliche Gebäude 1927 im Bauhausstil umbauen lassen. Die Villa war mit mehreren Dachterrassen, einer Tiefgarage, einer Turnhalle mit Glasdach sowie einem Kino und einem Bootshaus ausgestattet. Die jüdische Familie konnte der Verfolgung durch die Nationalsozialisten in den 1930er Jahren entkommen.

Zu DDR-Zeiten ging das Haus in Volkseigentum über. 1969 zog das Rechenzentrum des VEB Informationsverarbeitung Potsdam (IVP) ein. Der Betrieb war für Projektierung, Statistik und Programmierung von Groß- und Bürocomputern für die Bezirksgeleitete Industrie zuständig. Nach 1990 wechselte das Gebäude mehrfach den Besitzer.

Hinweis: www.ivp-potsdam.de

Video: Der VEB Informationsverarbeitung Potsdam und die Villa Hagen zwischen 1970 und 1992

Quelle: www.ivp-potsdam.de

 

 

 

 

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