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Grenzübergang
Nedlitz

Blick vom verankerten Kontrollschiff auf den Grenzübergang (undatiert)Blick vom verankerten Kontrollschiff auf den Schiffs-Grenzübergang Nedlitz (undatiert) - Foto: Privatbesitz

Für den grenzüberschreitenden Binnenschiffsverkehr nach West-Berlin richtete die DDR in Berlin und seinem Umland insgesamt acht Kontrollstellen auf den Wasserwegen ein: Britzer Zweigkanal, Osthafen, Marschallbrücke, Kleinmachnow, Dreilinden, Hennigsdorf, Babelsberger Enge und Nedlitz.

Ein DDR-Pressefoto zeigt die Übergabe einer Transit-Fahrerlaubnis an einen westdeutschen Kapitän in Nedlitz im Jahr 1965 Ein DDR-Pressefoto zeigt die Übergabe einer Transit-Fahrerlaubnis an einen westdeutschen Kapitän in Nedlitz im Jahr 1965 - Foto: Bundesarchiv, Klaus Franke, Bild 183-D0701-0026-001

Der Schiffs-Grenzübergang Nedlitz befand sich ursprünglich am Weißen See, nördlich des Jungfernsees. Nach der Pass- und Zollkontrolle gelangten die Schiffe und Kähne unbegleitet über den Jungfernsee bis zur Glienicker Brücke zur dort gelegenen eigentlichen Staatsgrenze. Um die Schiffe effektiver kontrollieren zu können, wurde 1964 die Pass- und Zollkontrolle Bertini-Enge an der engsten Stelle des östlichen Jungfernsees errichtet. Sie war nur 1,2 Kilometer von der »Staatsgrenze« zu West-Berlin entfernt. Hier wurden die ausfahrenden Schiffe nach West-Berlin abgefertigt, nach der Schließung des Grenzübergangs am Weißen See 1970 auch die Einreise in die DDR.

Auf der Transit-Wasserstraße fuhren vor allem große Transportschiffe und Schubverbände. Sie belieferten West-Berlin mit Mineral- und Brennstoffen aus der Bundesrepublik. Aufgrund eines Abkommens des Westberliner Senats und der DDR von 1973 wurden Bauschutt und Abfall aus West-Berlin zu den Mülldeponien Ketzin und Deetz bei Potsdam transportiert. Dafür erhielt die DDR Westgeld (Devisen). Mit der Eröffnung des Teltowkanals im Jahr 1981 erhöhte sich die Anzahl der passierenden Schiffe im Grenzverkehr abermals.

Der Ufer- und Anlegebereich wurde im Laufe der Zeit mehrfach verändert und weiter ausgebaut, da die vorhandenen Plätze dem starken Verkehrsaufkommen nicht mehr gerecht wurden. Die heute noch sichtbare alte Kaimauer zeugt vom ursprünglichen Uferverlauf, bevor ein Teil der Bucht um 1985 aufgeschüttet wurde, um Anlegestellen zu schaffen.

Am 1. Juli 1990 wurden schließlich sämtliche Kontrollen an den innerdeutschen Grenzen eingestellt.

Video: Bertinistraße zwischen Meierei und Villa Jacobs 1990/92 bis 2009

Quelle: www.ivp-potsdam.de

 

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