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Bootskompanie
der DDR-Grenztruppen

Hafen der Bootskompanie mit Villa Starck und Villa Hagen (1990)Hafen der Bootskompanie mit Villa Starck (unten rechts) und Villa Hagen (1990) - Foto: BStU, MfS HA III Fo 263 Bild 18

Zwischen 1965 und 1990 war eine Bootskompanie der DDR-Grenztruppen auf dem Grundstück der Villa Starck stationiert. Aufgabe der Bootskompanie war es, alliierte und Westberliner Militär-, Polizei- und Zollboote zu beobachten und westliche Sportboote von vermeintlichen »Grenzprovokationen« abzuhalten. Vor allem aber sollten Fluchten über und unter Wasser verhindert werden. Die Grenzsicherungsboote patrouillierten auf dem Jungfernsee, der Havel und dem Griebnitzsee.

Die 1921 errichtete Villa Starck wurde als Stützpunkt und Wohnheim für Offiziere genutzt. Der Besitzer der Villa Hermann C. Starck wurde 1945 wegen Beteiligung an der NS-Rüstungsindustrie von der sowjetischen Besatzungsmacht verurteilt und enteignet.

Der am Ufer gelegene Rosengarten der Villa Starck musste einer Bootshalle und einem Verladekran weichen. In den 1970er Jahren wurde die Anlage landeinwärts um eine Kfz-Halle und ein Kasernengebäude im Plattenbaustil erweitert.

Im September 1985 gelang einem DDR-Wasserschutzpolizisten von hier aus die Flucht. Er war mit seinen Kollegen in der Kantine der Bootskompanie zum Mittagessen. Als diese im Anschluss entgegen den Vorschriften Einkäufe im »Konsum« erledigten, bestieg er unbemerkt sein Dienstboot, täuschte eine reguläre Kontrollfahrt vor und fuhr über die Wasser-Grenze nach West-Berlin. Die Diensttasche mit Dienstwaffe und Unterlagen hinterließ er an einem Pfahl am Ufer des Jungfernsees.

Gelungene Flucht eines Volkspolizisten im Jahr 1985: Er hinterließ seine Dienstwaffe und Unterlagen an einem Pfahl am Ufer Gelungene Flucht eines Volkspolizisten im Jahr 1985: Er hinterließ die Dienstwaffe und seine dienstlichen Unterlagen an einem Pfahl am Ufer - Foto: BStU, MfS BV Pdm AU 2688/87 Bl. 42

Nach der Auflösung der Grenztruppen im Jahr 1990 wurden einige Angehörige der Bootskompanie in Abrisskommandos zur Beseitigung der Grenzanlagen beschäftigt.

Am Ende langjähriger Verhandlungen erhielten die Nachkommen von Hermann C. Starck das elterliche Anwesen zurück. Nach deren Tod wurde das Gelände an private Investoren verkauft und neu parzelliert. Die Kaserne, die Bootshallen und die Krananlagen der Bootskompanie wurden abgerissen und verschwanden spurlos.

 

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Abriss des
Kasernenbaus 

Die Kaserne der Bootskompanie wurde 1992 abgerissen. Die Bilder zeigen den Verlauf des Abrisses.

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